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2375: Aus dem Tagebuch eines jungen Fähnrichs von Andreas Gruber

Persönliches Logbuch, Fähnrich Robert McMasters.

Es gibt Augenblicke, wo ich es bereue, je in die Sternenflotte eingetreten zu sein. Julia hat mich immer davon abhalten wollen, aber ich habe nicht auf sie gehört. Ich wollte ein Teil dieser Leute sein, die den Weltraum erforschen. Überall hörte man von den Heldentaten der Offiziere und wie sie fremde Kulturen erforschen und anderen helfen. Aber was ist jetzt - 4 Jahre später? Als ich 2370 in die Akademie eintrat, hatte man auf der Erde noch nichts vom Dominion und den Jem'Hadar gehört. Erst später erfuhren wir im Hauptquartier in San Francisco, dass die Gründer uns den Krieg erklärt haben. Hätte ich dann noch aufhören sollen? Oder können? Alle trichterten uns ein, wie wichtig vor allem jetzt unsere Arbeit in der Sternenflotte sein würde und dass alle auf uns zählen. Die Menschheit zählt auf euch! Das hat man uns gesagt. Ich höre die Worte noch als wäre es gestern gewesen, als Captain Sherman von der 3. Flotte uns besuchte und versuchte uns Kadetten Mut zu machen. Er hat es geschafft. Ich habe die Sternenflottenakademie abgeschlossen und nun bin ich hier. Hier auf der Foucault. Im All. Eigentlich hab ich erwartet - zumindest als ich in die Akademie eintrat - dass ich nach dem Abschluss auf einem Forschungsschiff in unentdeckte Welten vordringen und neue Zivilisation entdecken werde, aber nun...

Wir befinden uns jetzt schon seit über einem Jahr im Krieg mit dem Dominion, und es sieht nicht so aus, als dass wir in nächster Zukunft gewinnen werden. Als kleiner Fähnrich wird man zwar nicht genau informiert wie es an der Front steht, aber Gerüchten zufolge sollen wir schon große Teile unseres Gebiets an die verfluchten Jem'Hadar verloren haben.

Vor zwei Wochen wurde mein bester Freund Richard, den ich auf der Akademie kennenlernte, auf die USS California versetzt. Er versprach mir vor seiner Abreise, dass er mir jeden Tag eine Subraumnachricht schicken werde, aber nach drei Tagen brach der Kontakt plötzlich ab. Mein kommandierender Offizier, Ltd.Commander Torkas, sagte mir, dass die Sternenflotte ebenfalls den Kontakt zur California verloren habe. Ihr letzter bekannter Aufenthalt war bei der Verteidigung des Föderationsaußenposten "DS 13".

Aber die Jem'Hadar sind nicht unser einziges Problem. Was ist, wenn sich die Borg entschließen, nicht nur ein einziges Schiff in den Alpha-Quadranten zu schicken? Was ist wenn sie gleich eine ganze Flotte auf uns loslassen? Dann haben wir überhaupt keine Chance mehr. Aber wenigstens ist es dann aus. Ich weiß, das klingt jetzt alles ziemlich pessimistisch, aber ist nicht jeder in solchen Zeiten so? Ich habe gerade vor 2 Monaten die Akademie abgeschlossen und schon muss ich gegen einen übermächtigen und skrupellosen Gegner kämpfen, der gewöhnlich keine Gefangenen macht. Wir wurden zwar in zahlreichen Holodeck-Übungen auf die Schrecken des Krieges vorbereitet, aber in Wirklichkeit ist das etwas ganz anderes. Jeden Tag hört man von den Massakern an der Grenze, wo tausende Angehörige der Föderation ihr Leben verlieren. Dahingemetzelt von gezüchteten Soldaten des Dominions. Bis jetzt war ich zum Glück noch nicht in so einer Situation, aber was ist wenn sich irgendein Bürokrat einfallen läßt, mich an die Front zu schicken? Ich weiß nicht was ich dann machen soll. Natürlich habe ich den Eid geleistet, die Föderation unter allen Umständen mit Einsatz meines eigenen Lebens zu verteidigen, aber ich bin noch nicht bereit zu sterben. Ich bin erst 20 Jahre alt, und mein gesamtes Leben liegt noch vor mir. Ich will noch heiraten und Kinder kriegen, aber sie können doch nicht in einer Welt aufwachsen, wo man ständig mit der Gefahr lebt angegriffen zu werden.

Vielleicht sollte ich den Dienst quittieren und wieder nach London zurückkehren. Zu Julia. Aber wie kann ich dort in Ruhe leben wenn ich weiß, dass meine Freunde ihr Leben für MEINE Freiheit riskieren? Nein! Ich muss durchhalten. Wenn ich will kann ich alles erreichen. Wir werden den Krieg gewinnen und dann kann ich eines Tages meinen Kindern erzählen, wie ich an der Front meine Heimat verteidigt habe. Dann kann ich in Ruhe mit meiner Frau in so einer friedlichen Welt leben, wie es noch vor einigen Jahren auf der Erde war, und niemand kann uns dann noch etwas antun. Sobald dieser Krieg vorbei ist werde ich aus der Sternenflotte austreten und nach Hause gehen. Du gibst mir Kraft Julia. Ich habe dein Photo hier neben meinem Bett stehen und sehe es jeden Abend an wenn ich einschlafe, und jeden Morgen wenn ich aufwache. Du bist der Grund warum ich nicht aufgebe. Das ist mein Versprechen an dich: Ich komme zurück, denn ich liebe dich.

Logbuch - Ende

 

Fähnrich Robert McMasters starb 5 Tage nach diesem Logbuch-Eintrag. Er gab sein Leben bei der Verteidigung des Föderationsaußenpostens auf Sigma Taurus III.

 

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Last modified: 10 Apr 2012 
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